Kaufmännische Schule Göppingen

Ein Abriss aus der Geschichte unserer Schule

19. Jh.: Von der Industrieschule zur gewerblichen Fortbildungsschule

Die im Jahre 1817 in Göppingen errichtete Industrieschule war aber noch sehr stark von einem sozialen Aspekt geprägt, nämlich "Kinder recht früh mit einer nützlichen Tätigkeit vertraut zu machen, sowie diese zu arbeitsamen und anständigen Menschen zu erziehen." Durch einen königlichen Erlass von 1825 sollten Sonntags-Gewerbeschulen im Lande errichtet werden, deren Aufgabe es war, die praktischen Erfahrungen der Lehrlinge theoretisch zu vertiefen sowie die für den späteren Beruf notwendigen allgemeinen Kenntnisse zu vermitteln, wie z.B. im Rechnen, Zeichnen, in der Naturlehre, Geographie, Mechanik. Erst im Jahre 1841 konnte nach zahlreichen Widerständen, eine Sonntags-Gewerbeschule in Göppingen errichtet werden, an der jeweils 2 - 3 Stunden Zeichenunterricht erteilt wird. Der Schulbesuch war freiwillig.
1854 wird in Göppingen die Sonntags-Gewerbeschule in eine gewerbliche Fortbildungsschule umgewandelt, deren Hauptmerkmale waren: nebenamtliche Lehrkräfte (u.a. Volksschullehrer), Bezahlung von Schulgeld, die Unterrichtszeit war sonntags Vormittags bzw. an den Werktagen in den Abendstunden und freiwilliger Schulbesuch. Relativ bald ergab sich die Notwendigkeit, auch kaufmännische Lerninhalte zu vermitteln. Kaufmännische Buchführung wurde in den Anfangsjahren dieser Schulart freiwillig erteilt, seit 1870 auch kaufmännisches Rechnen. Die Zunahme der kaufmännischen Lehrlinge und die damit verbundene Ausweitung der Lehrfächer (kaufmännischer Aufsatz, deutsche Handelskorrespondenz) führten dazu, dass 1888 der gewerblichen Fortbildungsschule eine kaufmännische Abteilung angegliedert wurde, die von 62 kaufmännischen Lehrlingen besucht wird.