Altes zu bewahren:
Dies hat sich auch Rolf Baron von der
Gemeinde Böhmenkirch zum Ziel gesetzt. Er versucht in seinem "Sortengarten"
alte, vom Aussterben bedrohte Obstsorten der Nachwelt zu bewahren.
Der Baumwart Rolf Baron meldete sich auf ein Rundschreiben des Pomologen-Vereins Marburg (Pomologie = Obstkunde, die Lehre von den Obstsorten und vom Obstbau), in dem Freiwillige zur Anlegung und Betreuung eines Sortengartens gesucht wurden. Die Gemeinde Böhmenkirch, bei der Herr Baron arbeitet, stellte daraufhin ein Grundstück zur Verfügung. Dieses liegt zwischen Böhmenkirch und den Heidhöfen und ist ca. 3 ha groß. Dort wurden am 21.3.1998 123 Bäume gepflanzt. Die Raritäten wurden von Friedrich Renner, der in der landwirtschaftlichen Lehranstalt in Triesdorf/Franken für den Obstbau zuständig ist, gespendet.
Römische Schmalzbirne, Nagowitzbirne und Salzburger Birne, Kaiser Wilhelm Apfel, Roter Eiserapfel und Weißer Winterkalvill sind nur einige der von Herrn Baron gepflanzten Birnen- und Apfelsorten. Die Sortenreinheit erhält man durch Veredelung, wobei eine Unterlage mit der gewünschten Sorte vebunden wird. Der Baum braucht 5 bis 6 Jahre Pflege bis das Ergebnis zufriedenstellend ist. Nun kann man Reiser, ohne den Baum zu schädigen, abschneiden.
Ein Artikel in der NWZ machte viele Leute auf das Obstbaummuseum aufmerksam. Aber es gibt nicht nur Bewunderer, sondern auch Neider, die vielleicht aus Unwissenheit den Bäumen schaden zufügen könnten. In Nacht-und Nebelaktionen wurden schon die Verbißschutze entfernt und die Befestigungsstricke, die dem Baum eine gewisse Stabilität geben, durchtrennt. Jeder Interessierte kann Herrn Baron nach alten Sorten ersuchen. Die Bäume sind erst zwei Jahre alt und es können nur eine bestimmte Anzahl an Reisern geschnitten werden, ohne die Bäume zu schädigen.
Autorinnen: Carola Demmel, Nadin Speidel
Editorin: Simone Stähle






