Kaufmännische Schule Göppingen

Die Geislinger Steige

Vielleicht sind Sie schon einmal mit der Bahn von Stuttgart nach Ulm bzw. von Ulm nach Stuttgart gefahren. Wussten Sie, dass Sie dabei ein ganz besonders wichtiges Teilstück der süddeutschen West-Ost-Transversalen befahren haben? Es handelt sich hierbei um die Geislinger Steige, die die Verbindung von Frankreich und den Benelux-Staaten mit den Donauländern und der Türkei herstellt. Täglich wird diese Strecke von ca. 300-320 Personen- und Güterzügen genutzt. Am Fuße der Steige liegt die Fünftälerstadt Geislingen an der Steige, bei der Filstal, Rohrachtal (Geislinger Steige), Eybtal, oberes Filstal ("Geißentäle") und Längental aufeinandertreffen. Der Zusatz "an der Steige" ist nicht auf die Eisenbahnstrecke, sondern auf die Straßensteige zurückzuführen.


Durch die günstige Geologie des Rohrachtales bot sich der Bau dieser Bahnstrecke zur Albüberquerung hier an. In diesem Tal entstanden allein in den letzten 10.000 Jahren durch die Verkarstung mächtige Kalktufflager. Dieses Kalkgestein eignet sich hervorragend zum Bau, da es sich im feuchten Zustand leicht bearbeiten lässt und mit zunehmender Austrocknung sehr resistent wird.

Auch die Bevölkerung Geislingens profitierte vom Bau der Steige, da sie davor nur von geringen Erlösen des Durchreiseverkehrs lebte. Daher kann er als wichtiger Meilenstein in der Geschichte gesehen werden. Durch den Bau, der von 1845-1850 dauerte, entstanden dort mehrere große Industriebetriebe. Der bekannteste ist wohl die Württembergische Metallwarenfabrik (WMF), die auch heute noch eine große Bedeutung hat. Während der damaligen Industrialisierung dehnte sich Geislingen über seine mittelalterlichen Grenzen hinweg aus. Früher war sie die einzige Möglichkeit zur Albüberquerung, heutzutage ist die Geislinger Steige die Drehscheibe im internationalen Zugverkehr.

Die Umgebung rund um die Geislinger Steige ist sehr sehenswert. Sie bietet am Rande der Schwäbischen Alb auch eine wunderschöne Wandermöglichkeit.





Autorinnen: Magdalena Hofelich, Iris Schmidt, Sylvana Wurzinger
Editorinnen: Anneke Lambeck, Dominika Staszak