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Berg und Dorf Hohenstaufen mit Spielburg (unten der Weiler Hohrein) |
Mit 684 m über NN erhebt sich im Landkreis Göppingen der Hohenstaufen, einer der wohl bekanntesten Berge Deutschlands, der einst die Stammburg des gleichnamigen Kaisergeschlechtes trug. Dieses lebt nicht nur im Namen des Berges weiter, auch der Landkreis und die Stadt Göppingen nennen sich "Stauferkreis" bzw. "Hohenstaufenstadt". Aber nicht nur die Geschichte, auch seine erdgeschichtliche Besonderheit, die Geologie also, verleihen dem Hohenstaufen und seiner Umgebung einen speziellen touristischen Rang.
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Vom breiten Gipfel des Berges, der als sog. Zeugenberg der Schwäbischen Alb vorgelagert ist und ihr doch auch gleichzeitig angehört, genießt man bei günstiger Wetterlage einen weiten und eindrucksvollen Ausblick in das Land. Von Osten nach Südwesten erstreckt sich das Albvorland mit dem Filstal und Göppingen sowie die "blaue Mauer" der Schwäbischen Alb. Die Sicht reicht von der Geislinger Alb über das Fuchseck, den Bossler und Aichelberg, die Teck und den Hohenneuffen bis zur Achalm und den Hohenzollern, ja bis zum Schwarzwald. Bei Föhnwetter kann der Blick gar bis zu den Alpen schweifen, wenn über der Geislinger Alb das Wettersteingebirge mit dem Zugspitzmassiv und den westlich sich anschließenden Tannheimer Bergen zu erkennen sind. Im Westen wird der Stuttgarter Fernsehturm sichtbar, davor der Schurwald als Teil der Keuperberglandes (‚Schwäbischer Wald‘), das sich bis an den Horizont weit nach Norden und Osten dem Auge darbietet. Von den Löwensteiner Bergen über den Welzheimer Wald bis zu den Ellwanger Bergen sind die vielen Landschaftsteile dieses Bereichs des Süddeutschen Stufenlandes zu sehen. In der unmittelbaren Nachbarschaft des Hohenstaufen schließt sich der Kreis der Betrachtung, indem bei Schwäbisch Gmünd mit dem Hohenrechberg und dem Stuifen der Anschluss an die Alb wieder hergestellt ist.
Seine überragende historische Bedeutung erlangte der Berg mit der um das Jahr 1070 n. Chr. erbauten Burg der Staufer, die zwischen 1079 und 1268 die europäische Geschichte des Mittelalters wesentlich bestimmen sollten. Von deren Stammburg existieren nur noch Reste der Fundamente und Mauern, die jedoch in den vergangenen Jahrzehnten konserviert und restauriert worden sind. Wichtige Stauferstätten des Kreises Göppingen liegen in der Umgebung Hohenstaufens, so z.B. das Kloster Adelberg, das Wäscherschloss sowie die Burgruine Staufeneck.
Etwa 100 m unterhalb des Berggipfels liegt das Dorf Hohenstaufen (etwa 1400 Einwohner), seit 1971 durch Eingemeindung ein Stadtbezirk Göppingens und als Markt- und Handwerkersiedlung im Zusammenhang mit der Hohenstaufenburg entstanden. Ältestes Bauwerk im Ort ist die Pfarrkirche St. Jakob (die sog. Barbarossakirche) aus dem 15. Jahrhundert. Im informativen "Dokumentationsraum für staufische Geschichte", der am Beginn des Fußweges auf den Berg zu finden ist, werden eindrucksvoll der Hohenstaufen und die Landschaft seiner Umgebung, insbesondere aber die Geschichte des Hauses Hohenstaufen dargestellt.
Unmittelbar westlich der Siedlung erstreckt sich auf gleichem Höhenniveau ein eigenartiger Landschaftsteil, die Spielburg. Das ist ein etwa 800 m langer und bis zu 400 m breiter einstiger Bergsturz des Hohenstaufen, der bis in die 50er Jahre hinein wirtschaftlich als Steinbruch genutzt worden ist. Wegen ihrer geologischen Eigenheit, aber auch wegen der bemerkenswerten Tier- und Pflanzenwelt, ist die Spielburg – ein sehr beliebtes Naherholungsziel – seit einigen Jahren zur Abwehr von ökologischen Beeinträchtigungen als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Autor: Jörg Kunze
Editor: Walter Holzwarth







