Schule mal ganz anders
Fast jeden Tag unseres Aufenthalts in Imperia verbrachten wir den Vormittag in einer italienischen Berufsschule namens „Ruffini".
Jeder von uns Schülern hatte andere Erwartungen und Vorstellungen in Bezug auf das italienische Schulsystem. Als wir dann also am Montag unseren ersten Schulbesuch vor uns hatten, waren alle schon sehr gespannt auf die Schüler sowie auch auf die Lehrer und die Schule im Allgemeinen.
Unsere Aufregung legte sich allerdings mit jeder einzelnen Treppe, die wir auf dem Weg zur Schule zurücklegen mußten. Zum besseren Verständnis: "Es waren genau 348 Treppen von unserem Hotel bis zu unserer Gastschule." Oben angekommen wurde erst mal kräftig durchgeatmet. Wir betraten die Schule genau zur Pausenzeit und wurden natürlich erst einmal ausreichend begutachtet von unseren italienischen Mitschülern. Bis klar war wie es weitergehen würde, mussten wir uns in Geduld üben. Diese Wartezeit verkürzten sich die meisten mit einem Zigarrettchen! Zirka eine viertel Stunde nach unser Ankunft in der Schule lernten wir dann die ersten vier Austauschschüler kennen. Als wir das Klassenzimmer betraten, konnte man ein breites Grinsen auf den Gesichtern einiger Schüler erkennen. Das Klassenzimmer bestand aus etwa 8 kleinen bekritzelten Holztischen, 14 Holzstühlen, einer etwas ältere Tafel und man glaubte es kaum, einem neuen Computer. Aber was sagt die Ausstattung eines Klassenzimmers schon über das Schulsystem aus? Das Zimmer war etwa halb so groß wie ein durschnittliches Klassenzimmer an deutschen Schulen, mit der Ausnahme, dass zu den meisten Klassenzimmern an der Ruffini auch ein Balkon mit einer bombastischen Sicht auf das Meer gehört und obendrein mit Raucherlaubnis. So einen Blick gibt es bei uns leider nicht. Als es dann zur großen Pause klingelte, die an dieser Schule um 10.25 Uhr begann und um 10.45 endete, fragten wir einige Schüler, wo man denn rauchen dürfe. Das Thema scheint z.B. an italienischen Schulen kein so großes Problem sein wie an einigen deutschen. Die Schüler haben ein Raucherzimmer mit großem Balkon zur Verfügung gestellt bekommen, wo sie in der Pause alle herumstehen und Dampf ablassen.
Auffällig waren aber vor allem die Damen die an der Ruffini die
Reinigungstätigkeiten ausführen, die auf jedem Stock an einem Tisch saßen und
irgendwelche Dinge notierten. Als wir unsere italienische Lehrerin Frau
Castellari darauf ansprachen, erklärte sie uns, daß diese Frauen kontrollieren,
wer von den Schülern nicht in der Schule erscheint. Um ihnen diese Aufgabe zu
erleichtern ist es Pflicht für die Schüler, Ausweise zu tragen auf denen der
Name, die Klasse und der jeweilige Klassenlehrer vermerkt ist. Fehlt ein Schüler
in der Schule, ruft die Schulleitung zu Hause an und fragt nach dem Grund für
das Fehlen des Schülers.
Harte Sitten in Italien!!!!!
Über die Lehrer im allgemeinen kann man sich in so kurzer Zeit kein Urteil bilden, da man sie auch sicher in den wenigen Stunden nicht so kennenlernen konnte, wie man das vielleicht in 3 Jahren tut.
Der Unterricht war sehr interessant gestaltet, es wurde nicht in Gruppen gearbeitet, sondern alle halfen den Schülern, die an der Tafel standen ihre Aufgabe zu bewältigen. Es herrscht ein starker Zusammenhalt der Schüler in den einzelnen Klassen. Auch wenn wir nicht alles ganz genau verstanden haben, wissen wir nun, dass auch den italienischen Schülern das Fach Buchführung nicht erspart bleibt. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass man das italienische Schulsystem nicht wirklich mit dem deutschen vergleichen kann, was natürlich auch eine der interessantesten Erfahrungen für uns war. Wie heißt es so schön, das NEUE ist spannend.
Auf jeden Fall haben alle viel Spaß in den verschiedenen Klassen gehabt und jeder hat seine ganz persönlichen Eindrücke mit nach Hause zurückgenommen!!! Jetzt sind wir alle schon sehr gespannt was unsere Austauschschüler zu unserem Schulsystem sagen werden.....
Auf diesem Wege möchten wir , die Klasse 2KA1V uns auch noch einmal recht herzlich für die Unterstützung der Lehrer und der Direktorin der „Ruffini" bedanken.
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