Kaufmännische Schule Göppingen

Mit dem Traktor in die Schule: Die spaßbringende Alternative zum Schulbus

 

Kurz vor Schulbeginn halten große Schulbusse vor dem Berufsschulzentrum in Göppingen. Hunderte von Schülern steigen aus den überfüllten Bussen. Einige Schüler stehen am Mofa und Fahrradparkplatz und fühlen sich cool beim Rauchen der dritten Zigarette. Da tuckert aus dem nur für den landwirtschaftlichen Verkehr zugelassen Waldweg ein grüner Fendt-Traktor. Der junge Fahrer stellt den grün lackierten Schlepper mit den gelben Streifen direkt neben dem silberfarbenen Mercedes des Schulleiters ab. Die Beifahrerin auf dem Kotflügelsitz, Klara Lorenz, macht den großen Regenschirm, der sie und den Fahrer vor den Regentropfen schützte, zu und steigt ab.

Das Mädchen bedankt sich bei ihrem Fahrer und Mitschüler Frederik Schlather, der sie von zu Hause abgeholt hat. Über den Spruch aus der Raucherecke „Jetzt kommt der Bauer mit dem Traktor wieder“, lächelt Schlather nur erhaben. „Die sind doch nur neidisch. Außerdem bin ich gar kein Bauer, sondern Gymnasiast, nur eine Klasse über denen und besser. Zudem ist Bauer kein Schimpfwort, sondern ein ehrbarer Beruf.“ Schlathers andere Mitschülerin Alexandra Becker sagt mit glänzenden Augen: „Ich finde es klasse, was der Frederik geleistet hat. Es ist doch genial, wie der aus so einem Schrotttraktor einen Hingucker gebaut hat. Ich bewundere es, wenn jemand so was kann. Außerdem ist so ein Traktor viel cooler als ein Moped oder gar Mofa oder ein altes Auto.“ Bei den Mitschülern hat sich natürlich rumgesprochen, dass Frederik Schlather seine gesamte Freizeit mit der Restauration des alten Fendt-Traktors verbracht hat. Die meisten haben Verständnis dafür, dass er sein Schmuckstück nun zeigt und ab und zu stolz mit dem Traktor zur Schule kommt.